{"id":11022,"date":"2024-03-19T11:46:27","date_gmt":"2024-03-19T10:46:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/?p=11022"},"modified":"2025-05-26T13:41:13","modified_gmt":"2025-05-26T11:41:13","slug":"wer-fortschritt-will-muss-mutig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wer-fortschritt-will-muss-mutig-sein\/","title":{"rendered":"\u201eWer Fortschritt will, muss mutig sein.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Klugen K\u00f6pfen kluge Fragen zu stellen, ist eine Kunst.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Mal provokant, aber stets charmant, f\u00fchlt Dr.-Ing. Katharina Knaisch mit viel Fingerspitzengef\u00fchl interessanten Pers\u00f6nlichkeiten auf den Zahn. Ein Interview \u00fcber Erfolgsgeschichten, den Erfolgsfaktor Mensch und all das, was sich eben nicht googeln l\u00e4sst.<\/em><\/p>\n<p><em>Ihr aktueller Gespr\u00e4chsgast: Renate Radon, Executive Advisory in Technology and Manufacturing, dazu Kosmopolitin, passionierte Rotarierin und eine gesellige Pf\u00e4lzerin obendrein. Ein Talk \u00fcber Industrie 5.0, die Lust am Lesen und warum jeder zu Hause ein Dubbeglas haben sollte.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frau Radon, Sie waren bei IBM, SAP und Microsoft in verantwortungsvollen Positionen, sind jetzt als Executive Advisory in Technology and Manufacturing t\u00e4tig. Wieso haben Sie diesen Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit gewagt? Und: Was bekommen Kunden, wenn Sie Renate Radon buchen?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst vielen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit zu diesem Gespr\u00e4ch geben. Die Selbst\u00e4ndigkeit erm\u00f6glicht es mir, mich stets auf innovative Themen zu fokussieren und spezifische Schwerpunkte dort zu setzen, wo ich profunde Expertise und Erfahrungen habe. F\u00fcr meine Kunden hat dies den Vorteil, dass neue Technologien eben dort eingesetzt werden, wo sie den gr\u00f6\u00dften Nutzen f\u00fcr Mensch und Unternehmen bringen. So k\u00f6nnen wir beispielsweise k\u00fcnstliche Intelligenz in den Vertriebsprozessen \u00fcberall dort integrieren, wo wir f\u00fcr die Kunden meiner Kunden einen echten Mehrwert erzeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie beraten Ihre Kunden in Innovations- und Transformationsthemen, unter anderem auch im Bereich Industrie 4.0, also vereinfacht gesagt, in der Kommunikation zwischen den Maschinen. In welchem Bereich wird der Mensch hier zum Erfolgsfaktor? Oder werden menschliche Entscheidungen in diesen Prozessen bald \u00fcberfl\u00fcssig?<\/strong><\/p>\n<p>Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine geh\u00f6rt zu den komplexesten Herausforderungen, die wir bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, denn der Mensch ist weiterhin das Ma\u00df aller Dinge, ist und bleibt Erfolgsfaktor. Das menschliche Gehirn ist so lern- und leistungsf\u00e4hig, dass es Dinge und Prozesse schneller erlernt als Maschinen, denn es lernt mit allen Sinnen.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal das Erlernen von Buchstaben: der Mensch lernt Lesen und Schreiben \u00fcber das Sehen, das H\u00f6ren und die Haptik, das Schreiben. Um eine Maschine auf ein \u00e4hnliches Niveau zu bringen, braucht es eine sehr gro\u00dfen Datenbasis und viel Training, um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.<\/p>\n<p>Auch in einer von Industrie 4.0 und k\u00fcnstlicher Intelligenz gepr\u00e4gten Welt bedarf es Menschen, die Industrie 4.0 gestalten und k\u00fcnstliche Intelligenz entwickeln. Damit wird die Arbeit anspruchsvoller: eine gute, qualifizierte Ausbildung sowie lebenslanges Lernen sind unabdingbar. Zur\u00fcck zum Alltag: wir sollten uns die Technologie dort zunutze machen, wo sie uns entlastet \u2013 so wie wir das aus dem Bereich der Mobilit\u00e4t kennen: wenn es darum geht, schnell von M\u00fcnchen nach Hamburg zu kommen, w\u00e4hlen wir nicht den Weg per pedes, sondern genau das Verkehrsmittel, das uns am schnellsten dorthin bringt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Obwohl Industrie 4.0 in aller Munde ist, setzen es viele Unternehmen bislang nur partiell ein. Gleichzeitig ist bereits von Industrie 5.0 die Rede. Wie weit ist dieser Fortschritt aus Ihrer Sicht?<\/strong><\/p>\n<p>Sie sprechen die Zusammenarbeit mit Menschen und sogenannten \u201eCobots\u201c an, also Robotern, die frei beweglich sind. Hier gibt es bereits vielversprechende Beispiele in unterschiedlichsten Industrien, z.B. in den Automobilbranche oder im Gro\u00dfanlagenbau. \u201eCobots\u201c entlasten den Menschen insbesondere bei schweren, reproduzierbaren T\u00e4tigkeiten. Dennoch bleibt der Mensch der wichtigste Produktionsfaktor und er r\u00fcckt mit Industrie 5.0 zusammen mit den Themen \u201eNachhaltigkeit\u201c und \u201eWiderstandsf\u00e4higkeit\u201c in den Mittelpunkt der Betrachtung \u2013 auch hier gilt: das Arbeiten in der Produktion wird anspruchsvoller und die Weiterentwicklung der Technologien bedeutet auch, dass die Menschen ihre Neugier und ihre Lernbereitschaft bewahren m\u00fcssen\u2013 \u201eGrowth Mindset\u201c von Carol Dweck umschreibt diese Haltung. Wir k\u00f6nnten auch einfach sagen: Man braucht Mut, um voranzuschreiten. Um es einfach zu wagen, neue Technologien auszuprobieren und umzusetzen. Wir m\u00fcssen auch andere Expertisen hineinholen, um einen Blick \u00fcber den Tellerrand hinaus zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Expertise ist ein gutes Stichwort. Die sogenannten MINT-Berufe sind ja weiterhin stark m\u00e4nnlich gepr\u00e4gt. Hat Ihnen das breite Wissen, das Sie im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Geisteswissenschaften und IT haben, geholfen, sich in der (noch) m\u00e4nnerdominierten Welt durchzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Mein breit angelegtes Studium hilft mir, Herausforderungen immer ganzheitlich, aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass die ganzheitliche und interdisziplin\u00e4re Betrachtung f\u00fcr die komplexen Fragestellungen unserer Zeit unerl\u00e4sslich ist. Daher m\u00fcssen wir das Wissen aller Ressourcen, d.h. von M\u00e4nnern und Frauen, von unterschiedlichen Fakult\u00e4ten und unterschiedlichen Nationalit\u00e4ten zunutze machen. Die L\u00f6sungen finden sich in einem offenen Gedankenaustausch in einem breiten Miteinander.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was ist Ihr Ratschlag an junge Frauen, die einen \u00e4hnlichen Weg wie Sie einschlagen m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr gute und breit angelegte Ausbildung ist nach wie vor der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Dazu geh\u00f6rt der Mut, wirtschaftswissenschaftliche F\u00e4cher mit naturwissenschaftlichen F\u00e4chern zu kombinieren, z.B. indem man nach einem Studium in Biomedizin oder Informatik einfach noch einen Ausbildungsgang in Wirtschaftswissenschaften dranh\u00e4ngt. Kombiniert mit ein oder zwei Auslandssemestern ist dies eine ausgezeichnete Ausgangsbasis.<\/p>\n<p>F\u00fcr sehr wichtig erachte ich den Aufbau eines inspirierenden Netzwerks: hier ist inzwischen sehr viel Gutes auf den Weg gebracht worden, wenn ich z.B. an Femtec denke, das Frauennetzwerk der TU Berlin, das Frauen aus unterschiedlichen Fakult\u00e4ten, L\u00e4ndern und Unternehmen zusammenbringt \u2013 ein sehr starkes Netzwerk.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Ihrer Laufbahn haben Sie in vielen L\u00e4ndern gearbeitet und teilweise auch dort gelebt. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Arbeiten in den unterschiedlichsten L\u00e4ndern war eine Bereicherung f\u00fcr mich. Es hat mir geholfen, immer wieder Perspektivwechsel vorzunehmen und Dinge nicht nur z.B. aus der technologischen Perspektive oder deutschen Sicht zu betrachten, sondern die Auswirkungen meiner Entscheidungen breit zu denken. Den Faktor Mensch, seine Wahrnehmung, seinen kulturellen Hintergrund und sein spezifisches K\u00f6nnen habe ich dabei sehr unterschiedlich erfahren k\u00f6nnen: Indien hat \u2013 durch die Kultur und Religion \u2013 ein ganz anderes Zeitverst\u00e4ndnis als wir Europ\u00e4er, die wir in unserem einen Leben alles mitnehmen \u201em\u00fcssen\u201c. Nachhaltigkeit bekommt vor diesem Hintergrund eine ganz andere Dimension.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In einer digitalen, globalen Welt wie dieser \u2026 was bedeutet Heimat f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Heimat ist in unserer globalen, digitalen Welt ganz wichtig: hier erfahren wir Bindung an Familie und Freunde, hier werden wir gepr\u00e4gt und hier f\u00fchlen wir uns geborgen. Es ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, wenn man immer wieder in seine Heimat auch physisch zur\u00fcckkehren kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist Heimat der Ort, wo ich Familie und Freunde habe, wo ich reden kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist, wo ich Vertrautes wieder finde und wo ich immer wieder Kraft tanken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pf\u00e4lzer gelten als gesellige, offene Menschen \u2013 insbesondere an der deutschen Weinstra\u00dfe. Was macht die Pf\u00e4lzer Lebensart aus? Und wieso sollte jeder zu Hause mindestens ein \u201eDubbeglas\u201c haben?<\/strong><\/p>\n<p>Nun ja, ich bin ja erst mein halbes Leben Pf\u00e4lzerin \u2013 aber ich w\u00fcrde sagen, die Offenheit und Geselligkeit, die Liebe f\u00fcr die Menschen, zum Leben und zur Natur sind hier schon sehr stark ausgepr\u00e4gt, auch aufgrund des Weinbaus. Hier sp\u00fcrt jeder, bei jedem Weinfest, bei jedem Besuch auf einem Weingut, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Und was das Dubbeglas betrifft: Es fasst einen halben Liter und ist eine Aufforderung zum gemeinsamen Trinken \u2013 aus einem Glas. Mehr Geselligkeit geht nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie die Nase voll von der Technik haben, ist Lesen Ihre Leidenschaft. Welches Buch sollte jeder gelesen haben?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, Lesen ist meine gro\u00dfe Leidenschaft und B\u00fccher sind \u2013 trotz \u201eKindle\u201c \u2013 meine t\u00e4glichen Begleiter. Ihre letzte Frage ist die schwierigste, denn es gibt so viele gute, lesenswerte spannende B\u00fccher. Wenn das Kriterium ist \u201ejeder sollte es gelesen haben\u201c, dann f\u00e4llt meine Wahl auf \u201eDer kleine Prinz\u201c von Antoine de Saint-Exup\u00e9ry.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eEs gibt nichts Gutes, au\u00dfer: Man tut es\u201c, formulierte es einst Erich K\u00e4stner so treffend. Sie selbst engagieren sich f\u00fcr den Rotary-Club. Was war der Ausschlag f\u00fcr dieses Ehrenamt?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich bin passionierte Rotarierin. Vor allem mein Pr\u00e4sidentenamt von Juli 2022 bis Juni 2023 \u2013 man darf den Vorsitz dort nur f\u00fcr ein Jahr innehaben \u2013 hat mir sehr viel Freude gemacht und ich engagiere mich weiter gemeinsam mit meinen rotarischen Freunden daf\u00fcr, das Leben jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Ganz gleich, ob wir uns um die Mutter- Kind-Gesundheit insbesondere in Afrika k\u00fcmmern, um die Integration von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwierigen Verh\u00e4ltnissen oder um die Terrine in der Stadt, wo alle etwas Warmes zu essen bekommen \u2013 es ist mir wichtig, die Augen offen zu haben, um dem Einzelnen zu helfen, indem wir strukturelle Verbesserungsm\u00f6glichkeiten in unserem Alltag erkennen und umsetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Letzte Frage: Was war das sch\u00f6nste Kompliment, das Sie je bekommen haben?<\/strong><\/p>\n<p>An ein Kompliment erinnere ich mich besonders gerne: es war meine letzte Veranstaltung als Pr\u00e4sidentin des Rotary-Clubs. Wir haben die F\u00f6rdermittel \u00fcbergeben, die wir in meinem rotarischen Jahr eingenommen haben \u2013 am sch\u00f6nsten waren die Freudentr\u00e4nen des Ehepaars, das mit unseren Mitteln in Ukundu in Kenia eine Geburtshilfestation aufbaut \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frau Radon, wir danken Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Vita:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Renate Radon ist seit 2019 als Executive Advisory in Technology and Manufacturing erfolgreich t\u00e4tig. Im Sommer 2021 \u00fcbernahm sie zudem einen Beiratsposten bei TASKING. Zuvor geh\u00f6rte die engagierte Rotarierin drei Jahre lang zur Gesch\u00e4ftsleitung von Microsoft Deutschland, kann ebenso auf F\u00fchrungspositionen bei IBM und Capgemini zur\u00fcckblicken. F\u00fcr SAP war sie 16 Jahre lang als Vice President of Sales f\u00fcr die Standorte Walldorf und Washington D.C. verantwortlich. Renate Radon lebt in Rheinland-Pfalz.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unserer Serie Erfolgsgeschichten hat Frau Dr.-Ing. Katharina Knaisch mit Frau Renate Radon ein Interview zum Thema \u201eErfolgsfaktor Mensch\u201c gef\u00fchrt.\u00a0Sie ist Executive Advisory in Technology and Manufacturing und ist der Inbegriff einer Powerfrau.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13131,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-11022","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erfolgsfaktor-mensch"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}