{"id":3687,"date":"2019-08-29T09:37:45","date_gmt":"2019-08-29T07:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/?p=3687"},"modified":"2025-05-27T16:12:23","modified_gmt":"2025-05-27T14:12:23","slug":"der-erfolgsfaktor-mensch-aus-sicht-von-dr-harald-marquardt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/der-erfolgsfaktor-mensch-aus-sicht-von-dr-harald-marquardt-2\/","title":{"rendered":"Der Erfolgsfaktor Mensch aus Sicht von Dr. Harald Marquardt"},"content":{"rendered":"<h4>\u201eErfolg durch ein leidenschaftliches und engagiertes Team\u201c<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer Serie \u201eDer Erfolgsfaktor Mensch\u201c haben wir mit Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Gesellschafter der Marquardt Gruppe, gesprochen.<\/p>\n<p>Das wirtschaftlich erfolgreiche und unabh\u00e4ngige Familienunternehmen geh\u00f6rt mit \u00fcber 11.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz<br \/>\nvon 1,3 Milliarden Euro zu den weltweit f\u00fchrenden Herstellern von mechatronischen Schalt-\/Bediensystemen sowie Systemen f\u00fcr<br \/>\ndie Elektromobilit\u00e4t. Die Produkte des Mechatronik-Spezialisten \u2013 darunter smarte Bedien-\/ Connectivity-Systeme, Fahrzeugzutritts-, Fahrberechtigungs- und Batteriemanagementsysteme f\u00fcr elektrobetriebene Fahrzeuge \u2013 kommen bei vielen namhaften Kunden der Automobilindustrie zum Einsatz. Ebenso sind Systeme von Marquardt in Hausger\u00e4ten, Off-road-Fahrzeugen und industriellen Anwendungen und in Elektrowerkzeugen zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Herr Dr. Marquardt, ob Daimler, Audi, Porsche oder BMW &#8211; die Produkte Ihres Unternehmens sind in fast allen gro\u00dfen Marken der Welt verbaut, fast achtzig Prozent Ihres Umsatzes erzielen Sie mit Kunden aus der Automobilindustrie. Wie erleben Sie vor diesem Hintergrund die Mobilit\u00e4tswende?<\/h5>\n<p>Wir haben das Gl\u00fcck, dass uns die gro\u00dfen Zukunftstrends der Branche in die Karten spielen. Die E-Mobilit\u00e4t gestalten wir beispielsweise durch Batteriemanagementsysteme mit, die unter anderem f\u00fcr eine lange Lebensdauer der Akkus und f\u00fcr eine optimierte Reichweite des elektrisch betriebenen Fahrzeugs sorgen. Wenn das autonome Fahren weiter voranschreitet, wird au\u00dferdem der Fahrzeuginnenraum eine deutliche Aufwertung erfahren. Auch das ist gut f\u00fcr Marquardt, weil wir als Mechatronik-Experte viele hochwertige Bedienelemente, aber auch Fahrzeugzutritts- und Fahrberechtigungssysteme liefern, die maximalen Diebstahlschutz bieten. Alles in allem also eine sehr ordentliche Entwicklung f\u00fcr uns.<\/p>\n<h5>Sie sind also ein sorgenfreier Unternehmer.<\/h5>\n<p>(Lacht) Es freut mich, dass ich so positiv auf Sie wirke, aber dann war ich jetzt wohl etwas zu \u00fcberschw\u00e4nglich! Den \u201esorgenfreien\u201c Unternehmer gibt es meines Erachtens gar nicht, weil er sich ja gerade dadurch auszeichnet, dass er nicht auf einmal Erreichtem verharrt, sondern st\u00e4ndig in Bewegung bleibt, immer wieder etwas Neues unternimmt und damit auch etwas wagt. Und indem er Neuland betritt, stellt er sich Herausforderungen, die selbstverst\u00e4ndlich auch ungeplante und schwierige Entwicklungen mit sich bringen k\u00f6nnen. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg ist letztlich ein starkes Team mit Menschen, die ebenso etwas<br \/>\nbewegen wollen, unternehmerisch denken und leidenschaftlich anpacken \u2013 und die haben wir bei Marquardt. Deshalb bereitet mir das Gesch\u00e4ft unterm Strich sehr viel mehr Spa\u00df als Sorgen.<\/p>\n<h5>Welchen Herausforderungen stehen Sie aktuell gegen\u00fcber?<\/h5>\n<p>Es reicht nat\u00fcrlich nicht aus, nur die richtigen Produkte zu haben. Wir m\u00fcssen sie, bei zunehmender Anzahl und Komplexit\u00e4t, auch in gleichbleibend hoher Qualit\u00e4t und fristgerecht an den Kunden liefern. Und wir stehen permanent und insbesondere in Deutschland massivem Kostendruck gegen\u00fcber. Viele Produkte k\u00f6nnen wir hier inzwischen leider nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig herstellen. Um Verluste zu minimieren und<br \/>\nzu vermeiden und auch k\u00fcnftig am Markt bestehen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir deshalb in den n\u00e4chsten zwei Jahren Arbeitspl\u00e4tze an kosteng\u00fcnstigere Standorte verlagern. Als Familienunternehmen, das in der Region verwurzelt ist und sich auch in Zukunft weiter zu seinen deutschen Standorten bekennt, f\u00e4llt uns ein solcher Schritt sehr schwer. Wir haben deshalb s\u00e4mtliche Alternativen intensiv gepr\u00fcft. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage und des extremen Kostendrucks, den wir als Zulieferer erfahren, ist die Ma\u00dfnahme jedoch unumg\u00e4nglich.<\/p>\n<h5>Gleichzeitig haben Sie gerade erst ein neues Entwicklungs- und Innovationszentrum er\u00f6ffnet. Ist das nicht ein Widerspruch?<\/h5>\n<p>Es ist kein Widerspruch, aber durchaus ein Spagat. Parallel zur Umsetzung vieler Effizienzma\u00dfnahmen halten wir an strategischen Investitionen fest, die den langfristigen Wachstumskurs und die Innovationskraft von Marquardt unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rt unser neues Entwicklungs- und Innovationszentrum an unserem Stammsitz in Rietheim-Weilheim. Ebenso bauen wir gerade ein neues Entwicklungsgeb\u00e4ude in Pune, Indien, und wir weihen in K\u00fcrze unser zweites Werk in China in der Stadt Weihai ein. Trotz der herausfordernden Phase, in der wir uns aktuell befinden, werden wir unser enormes Potenzial als Mechatronik-Experte nachhaltig nutzen. Denn anders als etwa Zulieferer, die am Verbrennungsmotor h\u00e4ngen, haben wir Kompetenzen, mit denen wir den Mobilit\u00e4tswandel ma\u00dfgeblich mitgestalten k\u00f6nnen. Daher stellen wir schon heute die<br \/>\nWeichen f\u00fcr die Zukunft. Dazu geh\u00f6rt \u00fcbrigens auch, weitere qualifizierte Bewerber und Kandidaten zu finden, zum Beispiel hochspezialisierte Entwickler. Das ist nicht immer ganz einfach\u2026<\/p>\n<h5>Sie spielen auf den Fachkr\u00e4ftemangel an. Wie geht Marquardt damit um?<\/h5>\n<p>Sehr offensiv und kreativ! Wir nutzen verschiedenste Plattformen und digitale Kan\u00e4le, um mit potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zun\u00e4chst in einen lockeren Austausch zu kommen und erste Fragen zu beantworten. Sehr oft gibt es dann Vorbehalte vor dem sogenannten \u201el\u00e4ndlichen Raum\u201c, in dem sich unser Firmenstammsitz befindet. Der Begriff weckt allerdings falsche Assoziationen. Denn unsere Region weist<br \/>\neine der h\u00f6chsten Industriedichten in Europa auf. Und sie bietet gerade jungen Familien unterm Strich immer noch mehr Vorteile als die gro\u00dfen Ballungszentren: fast keine Staus, extrem gute Luftqualit\u00e4t, weitaus erschwinglichere Miet- und Immobilienpreise, sehr viele attraktive Naherholungsziele und Freizeitangebote f\u00fcr jede Jahreszeit, die N\u00e4he zum Bodensee, zum Schwarzwald, zur Schweiz, zum Elsass sowie zum<br \/>\nDonautal und sehr freundliche und bodenst\u00e4ndige Menschen. Zudem ist man binnen einer guten Stunde in Stuttgart oder Z\u00fcrich. Und wir setzen, wie Sie wissen, immer wieder auch gute und leistungsf\u00e4hige Personalberatungen wie Ihr Unternehmen zur Rekrutierung ein.<\/p>\n<h5>Sie machen auch Werbung f\u00fcr die Region, um gute Leute zu finden?<\/h5>\n<p>Ja, und das mit Erfolg. Viele Kandidaten kommen erst richtig auf den Geschmack, wenn sie einmal hier sind. Aber die Argumente f\u00fcr den Standort allein reichen nat\u00fcrlich nicht aus. Ebenso wichtig ist, dass wir viele sehr interessante Jobs bieten. Als Familienunternehmen mit flachen Hierarchien k\u00f6nnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon fr\u00fch Verantwortung \u00fcbernehmen: Bei uns konstruieren Sie, bildlich gesprochen, nicht nur den R\u00fcckspiegel, sondern das ganze Auto. Und das in einem internationalen Umfeld. So kann ein deutscher Entwicklungsingenieur ein Projekt z.B. mit seinen chinesischen, rum\u00e4nischen oder amerikanischen Kollegen zum Erfolg bringen. Der gro\u00dfe unternehmerische Gestaltungsspielraum, den wir erm\u00f6glichen, macht Marquardt als Arbeitgeber sehr attraktiv, wie uns viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder r\u00fcckmelden. Insgesamt sind die Entwicklungschancen bei uns viel besser als in einem gro\u00dfen Konzern.<\/p>\n<h5>Sie f\u00fchren das Unternehmen in dritter Generation Wie schwer ist es Ihnen damals gefallen, die Verantwortung f\u00fcr Marquardt zu \u00fcbernehmen?<\/h5>\n<p>Bei mir war es immer mehr Lust als Last. Aber selbstverst\u00e4ndlich gibt es immer Situationen, in denen ich sage, ich h\u00e4tte ja auch etwas \u201eAnst\u00e4ndiges\u201c lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>Was ist Harald Marquardt f\u00fcr ein Mensch?<\/h5>\n<p>Das wichtigste ist, er ist ein Mensch \u2013 und auch ein nahbarer. Der aber auch durchaus um die H\u00e4rte des Gesch\u00e4fts wei\u00df und auch zu k\u00e4mpfen gelernt hat. Die Zahl meiner Hobbys ist begrenzt, mein Haupthobby ist zum Leidwesen meiner Familie das Unternehmen Marquardt. Insofern bin ich wohl ein typischer Familienunternehmer.<\/p>\n<h5>Wissenswertes zur Marquardt Gruppe<\/h5>\n<p>Das 1925 gegr\u00fcndete Familienunternehmen Marquardt mit Stammsitz in Rietheim-Weilheim geh\u00f6rt zu den weltweit f\u00fchrenden Herstellern von mechatronischen Schalt- und Bediensystemen. Die Produkte des Mechatronik-Spezialisten \u2013 darunter Bedienkomponenten, Fahrzeugzutritts-, Fahrberechtigungs- und Batteriemanagementsysteme f\u00fcr elektrobetriebene Fahrzeuge \u2013 kommen bei vielen namhaften Kunden der Automobilindustrie zum Einsatz. Ebenso sind Systeme von Marquardt in Hausger\u00e4ten, industriellen Anwendungen, Elektrowerkzeugen und in E-Bikes zu finden. Das Unternehmen z\u00e4hlt weltweit \u00fcber 11.000 Mitarbeiter an 20 Standorten auf vier Kontinenten. Der Umsatz lag im Gesch\u00e4ftsjahr 2018 bei 1,3 Milliarden Euro. J\u00e4hrlich investiert Marquardt rund zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.<\/p>\n<h5>Wissenswertes zur Person<\/h5>\n<p>Dr. Harald Marquardt studierte nach der Ausbildung zum Bankkaufmann Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen. Nach einigen Stationen bei der Osram GmbH, unter anderem als Finance Director bei der englischen Tochterfirma in London, trat er 1996 als Vertreter der dritten Generation in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Marquardt GmbH in Rietheim-Weilheim ein. 1997 Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universit\u00e4t Stuttgart. Seit 2004 ist er Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Marquardt Gruppe, seit 2015 deren Vorsitzender.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unserer Serie \u201eDer Erfolgsfaktor Mensch\u201c haben wir mit Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Gesellschafter der Marquardt Gruppe, gesprochen. 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