{"id":4734,"date":"2020-03-11T16:35:37","date_gmt":"2020-03-11T15:35:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/?p=4734"},"modified":"2025-05-27T16:11:04","modified_gmt":"2025-05-27T14:11:04","slug":"der-erfolgsfaktor-mensch-aus-sicht-von-markus-spanner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/der-erfolgsfaktor-mensch-aus-sicht-von-markus-spanner\/","title":{"rendered":"Der Erfolgsfaktor Mensch aus Sicht von Markus Spanner"},"content":{"rendered":"<h4>F\u00fchren mit Vertrauen und Weitblick<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer Serie \u201eDer Erfolgsfaktor Mensch\u201c haben wir mit Markus Spanner gesprochen. Markus Spanner hat im Januar 2020 die Unternehmensf\u00fchrung der Physik Instrumente (PI) GmbH &amp; Co. KG in Karlsruhe von seinem Vater, Dr. Karl Spanner, \u00fcbernommen. Der 41-J\u00e4hrige tr\u00e4gt seit elf Jahren F\u00fchrungsverantwortung bei PI, zuletzt als Kaufm\u00e4nnischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>Physik Instrumente besch\u00e4ftigt weltweit mehr als 1.300 Mitarbeiter und ist mit 15 Standorten in Europa, Nordamerika und Asien vertreten. Das Unternehmen ist Markt- und Technologief\u00fchrer f\u00fcr das hochpr\u00e4zise Positionieren in High-Tech-Branchen wie Halbleiterindustrie, Life Sciences, Photonik und Industrieautomatisierung. In enger Zusammenarbeit mit Kunden aus aller Welt verschieben die rund 1.300 Spezialisten von PI seit 50 Jahren immer wieder die Grenzen des technisch M\u00f6glichen und erarbeiten von Grund auf ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen. Mehr als 350 erteilte und angemeldete Patente unterstreichen den F\u00fchrungsanspruch des Unternehmens.<\/p>\n<p><strong>Herr Spanner, welche Erlebnisse haben Ihr Leben bis heute gepr\u00e4gt?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Eltern haben mir erm\u00f6glicht, die Welt mit offenen Augen zu entdecken. Die Welt ist mein Zuhause geworden. Es ist ein echtes Geschenk, mit all den unterschiedlichen Kulturen gemeinsame Ziele zu erreichen und tiefe Freundschaften zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Sie haben einige Zeit im Ausland gelebt. Welche Erfahrung haben Sie von dort nach Hause mitgenommen?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Auslandsaufenthalte haben das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die unterschiedlichsten Kulturen stark gepr\u00e4gt. Dem anderen Menschen zuzuh\u00f6ren und ihm mit Respekt gegen\u00fcberzutreten, sind wichtige Voraussetzungen, um auf dem internationalen Parkett wahrgenommen und respektiert zu werden. Diese Erkenntnisse helfen mir heute im t\u00e4glichen Umgang mit Mitarbeitern und als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines international t\u00e4tigen Familienunternehmens sehr.<\/p>\n<p><strong>Erinnern Sie sich an einen beruflichen Rat, der f\u00fcr Sie und Ihre Karriere wegweisend war?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Vater gab mir schon fr\u00fch den Rat, offen und ehrlich mit Menschen umzugehen. Das ist nicht immer leicht umzusetzen, gerade wenn man Mitarbeiter f\u00fchren muss. Diese beiden Eigenschaften sind jedoch die Grundvoraussetzung von guter und vertrauensvoller F\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>Haben oder hatten Sie Vorbilder, die Sie auf Ihrem Weg beeinflusst haben?<\/strong><\/p>\n<p>Auf meinem Lebensweg haben mich zwei Menschen sehr gepr\u00e4gt: mein Vater und Steve Jobs. Mein Vater hat mich \u00fcber Jahrzehnte mit seiner Besonnenheit, seinem Unternehmertum, seinem Weitblick, seiner \u201eCan-Do\u201c- Einstellung und seinem F\u00fchrungsstil beeindruckt. Von Steve Jobs habe ich vieles \u00fcber die Perfektion der Produkte und die Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche gelernt. Sein Anspruch, die Mitarbeiter immer an der Grenze des Machbaren zu f\u00fchren, hat mich fasziniert.<\/p>\n<h4>Unternehmerischer Erfolg:<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie sind Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines erfolgreichen Unternehmens, das auf dem Weltmarkt eine Spitzenstellung einnimmt. Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg eines Unternehmens aus?<\/strong><\/p>\n<p>An erster Stelle stehen die eigenen Mitarbeiter. Ohne qualifizierte und hoch engagierte Mitarbeiter gibt es weder innovative Produktentwicklungen noch talentierte Verk\u00e4ufer, die unsere Produkte verkaufen und niemanden, der unsere Produkte mit h\u00f6chsten Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen herstellt.<\/p>\n<p>Das Arbeitsumfeld ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Dazu geh\u00f6ren zum einen moderne R\u00e4umlichkeiten, die ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen, aber auch eine gute technische Ausstattung, um die gestellten Anforderungen umsetzen zu k\u00f6nnen. Am meisten beeinflusst die Mitarbeiter aber die gute F\u00fchrung durch kompetente F\u00fchrungskr\u00e4fte. Wichtig ist, dass man die Mitarbeiter dazu ermutigt und bef\u00e4higt, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t und Raum zur Selbstentfaltung sind die Grundlagen f\u00fcr erfolgreiche Innovationen und Entwicklungen. In unserem Umfeld f\u00fchren nicht die Produkte allein zur Kaufentscheidung, sondern die Kompetenz der Mitarbeiter. Sie m\u00fcssen dem Kunden die beste L\u00f6sung f\u00fcr sein Anliegen anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Werte Vertrauen und Ehrlichkeit stehen f\u00fcr mich ganz oben auf der Skala \u2013 nicht nur innerhalb der Firma, sondern gerade auch dem Kunden gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Neben den vielen Erfolgen gab es auch schwierige Zeiten \u2013 beispielsweise die wirtschaftliche Krise 2008\/2009. PI hat sich in dieser Zeit daf\u00fcr entschieden, durchzuhalten und keine Mitarbeiter zu entlassen. Wer oder was hat Ihnen damals die Kraft und \u00dcberzeugung gegeben, dass es wieder aufw\u00e4rtsgeht?<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollten die Krise damals nicht auf den Schultern unserer qualifizierten Mitarbeiter austragen. Als Unternehmer tr\u00e4gt man Risiken. Man profitiert von guten Zeiten und darf deshalb nicht nur an sich selbst und seinen eigenen Geldbeutel denken, \u201ewenn es mal schlecht l\u00e4uft\u201c. Die Mitarbeiter haben Verantwortung f\u00fcr ihre Familien. Sie m\u00fcssen H\u00e4user und Kredite abbezahlen, die Familie ern\u00e4hren und sich um kranke Familienmitglieder k\u00fcmmern. All das sind Aufgaben, die Geld kosten. Es lag uns in der Wirtschaftskrise 2008\/2009 sehr am Herzen, dass unsere Mitarbeiter keine finanziellen Probleme bekommen oder ihren Arbeitsplatz verlieren. Wir wussten nicht, wann es wieder aufw\u00e4rtsgeht. Wir sch\u00f6pften Zuversicht aus der Erfahrung, dass Krisen in der Vergangenheit nach rund einem Jahr \u00fcberstanden waren. In unserer Branche bekommen wir Abw\u00e4rtstrends als einer der Ersten mit. Wir sind dadurch aber auch einer der Ersten, der den Aufschwung erkennt. So haben wir die Krise 2008\/2009 vor vielen anderen gesp\u00fcrt. Als es dann alle erwischt hat, sahen wir bereits die ersten Anzeichen einer Erholung.[vc_column_text]<\/p>\n<h4>Pers\u00f6nliche Erfolgsfaktoren:<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was treibt Sie an, woher ziehen Sie Ihre Energie?<\/strong><\/p>\n<p>Jeden Morgen, wenn ich aufwache und als erstes mein Handy in die Hand nehme, wei\u00df ich, dass diese Technologie ohne PI nicht m\u00f6glich w\u00e4re. Das bezieht sich auch auf viele andere Bereiche des Lebens: sei es der medizinische Fortschritt oder die Forschungsergebnisse aus dem All. Es betrifft viele Ger\u00e4te, die unseren Alltag bereichern. Als Technik-Freak freue ich mich dar\u00fcber, dass wir dazu beitragen, dass unsere Kunden ihre technologischen Grenzen sprengen.<\/p>\n<p><strong>Welche Lebensweisheit begleitet Sie und warum?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs macht keinen Sinn, hochintelligente Menschen einzustellen, denen man sagen muss, wie man etwas macht. Wir stellen Leute ein, die uns sagen, wie man etwas machen muss.\u201c &#8211; Steve Jobs &#8211;<\/p>\n<p><strong>Work-Life-Balance \u2013 gerade in F\u00fchrungspositionen ein Begriff, der immer mehr Raum gewinnt. Was ist f\u00fcr Sie der Ausgleich zum Berufsalltag?<\/strong><\/p>\n<p>Ich verbringe viel Zeit mit Freunden und meiner Familie, die mir die notwendige Kraft und Ruhe geben. Reisen ist eine gro\u00dfe Leidenschaft von mir. Ich komme immer mit neuen Eindr\u00fccken und auch Dankbarkeit nach Hause zur\u00fcck. Dar\u00fcber hinaus schwimme ich gerne und gehe meinem Hobby, dem Fotografieren, nach.<\/p>\n<p><strong>Entscheiden Sie nach Bauchgef\u00fchl oder sind Sie eher Kopfmensch?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin eher der Bauchmensch. Selbstverst\u00e4ndlich ist f\u00fcr jede Entscheidung ein gewisses Ma\u00df an Informationen und Fakten notwendig. Am Ende verlasse ich mich aber auf mein Gef\u00fchl. Das hat mich bisher weder privat noch gesch\u00e4ftlich im Stich gelassen. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es gerade heute notwendig ist, schnelle Entscheidungen zu treffen, um wettbewerbsf\u00e4hig zu sein. Da bleibt nicht immer die Zeit, alles hundertprozentig mit Fakten zu hinterlegen.<\/p>\n<h4>Zuk\u00fcnftiger Erfolg:<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung, Schnelligkeit, Flexibilit\u00e4t und gesellschaftlicher Wandel sind die aktuellen unternehmerischen Herausforderungen. Was muss ein Unternehmen heute aus Ihrer Sicht tun, um f\u00fcr die Zukunft gut aufgestellt zu sein?<\/strong><\/p>\n<p>Die Gefahren in puncto Schnelligkeit und Flexibilit\u00e4t kommen insbesondere aus China und Asien. Die Umsetzung der Digitalisierung im eigenen Unternehmen ist ein ebenso wichtiger Erfolgsfaktor. Wer diesen Zug verpasst, wird es in Zukunft schwer haben. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass noch eine weitere Herausforderung auf uns alle zukommt: neue Gesch\u00e4ftsmodelle. Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, was neue Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr Auswirkungen haben k\u00f6nnen. Da werden ganze Branchen durcheinandergew\u00fcrfelt und vermeintliche Platzhirsche zum Untergang gezwungen. Bei diesen Herausforderungen muss man innovativ und disruptiv denken und handeln. PI hat das \u00fcber die letzten Jahrzehnte erfolgreich unter Beweis gestellt. F\u00fcr die Zukunft wird dies jedoch eine immer wichtigere Rolle spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unserer Serie \u201eDer Erfolgsfaktor Mensch\u201c haben wir mit Markus Spanner gesprochen. Markus Spanner hat im Januar 2020 die Unternehmensf\u00fchrung der Physik Instrumente (PI) GmbH &#038; Co. KG in Karlsruhe von seinem Vater, Dr. Karl Spanner, \u00fcbernommen. 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