{"id":8138,"date":"2022-11-21T09:47:07","date_gmt":"2022-11-21T08:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/?p=8138"},"modified":"2025-05-27T16:27:36","modified_gmt":"2025-05-27T14:27:36","slug":"unser-anspruch-muss-es-sein-auch-in-der-digitalisierung-weltmarktfuehrer-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/unser-anspruch-muss-es-sein-auch-in-der-digitalisierung-weltmarktfuehrer-zu-sein\/","title":{"rendered":"\u201eUnser Anspruch muss es sein, auch in der Digitalisierung Weltmarktf\u00fchrer zu sein.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Katja Nettesheim <\/strong><strong>ist Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Technologie-Startups CULCHA, einem digitalen Werkzeugkasten f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte sowie der _MEDIATE_Group, einer Beratungsgesellschaft f\u00fcr digitale Transformation. Sie lehrt als Professorin f\u00fcr Digitales Medienmanagement an der Steinbeis Hochschule Berlin.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Starten wir doch gleich mit der K\u00f6nigsdisziplin. Wie w\u00fcrden Sie sich selbst beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist als Einstiegsfrage etwas unfair, das m\u00fcssten Sie ja eigentlich andere fragen (lacht). Meine Freunde w\u00fcrden mich als neugierig, positiv, gesellig und nat\u00fcrlich sehr besch\u00e4ftigt beschreiben. Wenn Sie meine Familie fragen w\u00fcrden, insbesondere meine T\u00f6chter \u2013 also von der j\u00fcngeren habe ich ein Label an meinem Computer kleben, da steht \u201eBeste Mama der Welt\u201c. Das w\u00fcrde ich jetzt einfach mal so stehen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gibt es Parallelen zu Ihrem beruflichen Ich oder sind Sie da ganz anders?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Da w\u00fcrde mir die Energie fehlen, eine gespaltene Pers\u00f6nlichkeit aufrechtzuerhalten. Und ich habe eine Menge Energie. Gl\u00fccklicherweise ist das bei mir nicht pathologisch (lacht).<\/p>\n<p>Nein, im Ernst: Neugier ist sicher ein Hauptmotiv f\u00fcr meinen Lebenslauf. Ich habe angefangen in einer Gro\u00dfkanzlei, als Rechtsanw\u00e4ltin. Das war der intellektuelle Antrieb, der mich damals zum Steuerrecht gebracht hat. Anschlie\u00dfend bin ich zu Boston Consulting in die Beratung gegangen, weil ich unbedingt die betriebswirtschaftliche Seite mitbekommen wollte. Und bei Axel Springer wollte ich sehen, wie die Dinge, die wir uns in der Beratung ausgedacht haben, tats\u00e4chlich umgesetzt werden. Und schlie\u00dflich wollte ich es selbst machen, selbst ein Unternehmen gr\u00fcnden. Und das habe ich dann auch gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie sind Anw\u00e4ltin, Unternehmensberaterin, Gr\u00fcnderin, Hochschullehrerin, Aufsichtsr\u00e4tin \u2026 Was treibt Sie an?<\/strong><\/p>\n<p>Mir liegt die Zukunftsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft am Herzen. Unternehmen m\u00fcssen sich heute konstant neu erfinden, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Der hierf\u00fcr erforderliche Kulturwandel \u2013 also das gesamte Unternehmen auf eine sich rapide ver\u00e4ndernde Welt auszurichten \u2013 hat mich meine gesamte berufliche Laufbahn besch\u00e4ftigt: zun\u00e4chst angestellt bei Axel Springer, dann mit meiner Beratungsfirma _MEDIATE.<\/p>\n<p>Klar ist: Kulturwandel gelingt nur, wenn das gesamte Team mitzieht. Wir bei CULCHA helfen hierbei und setzen genau da an, wo klassische Unternehmensberatungen und Change Manager oft nicht weiterkommen: Bei der Umsetzung der Strategie in der Breite. Mit CULCHA ver\u00e4ndern wir Kultur mit Technologie! Daran arbeiten wir mit mittlerweile 25 Mitarbeitenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was genau macht CULCHA?<\/strong><\/p>\n<p>CULCHA ist ein Tool, das es Firmen erm\u00f6glicht, ihre Strategie im gesamten Unternehmen umzusetzen. Wie machen wir das? Indem wir den Nutzern unserer App \u2013 F\u00fchrungskr\u00e4ften und ihren Mitarbeitenden &#8211; jede Woche ein bestimmtes Thema an die Hand geben, das zur Strategie des Unternehmens passt. Man kann sich das wie einen Personal Trainer im Sport vorstellen, nur dass wir alles in der Technologie vereint haben, damit es auch wirklich alle nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum braucht es eine App? Ist das Thema F\u00fchrung zu komplex geworden? <\/strong><\/p>\n<p>Definitiv! Momentan ist es f\u00fcr alle sehr schwierig, sich sowohl in der F\u00fchrung als auch im Management anzupassen an das, was da drau\u00dfen passiert. Es bestehen gro\u00dfe Defizite bei der Umsetzung von Strategien. Dazu braucht es Breite und Dauerbeschallung.<\/p>\n<p>Mit der App spielen wir jede Woche ein Thema an alle aus &#8211; gleichzeitig, das ist der ausschlaggebende Punkt. Das f\u00e4ngt etwa bei vermeintlich einfachen Dingen an, wie Silos einzurei\u00dfen. Bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften gehen wir noch einen Schritt weiter und geben Ihnen zum Beispiel zehn Ideen, wie sie durch ihre F\u00fchrungsarbeit Silos vermeiden oder einrei\u00dfen k\u00f6nnen. Dabei ist nichts in unserer App zuf\u00e4llig, alles ist optimiert &#8211; basierend auf psychologischen, wissenschaftlich erwiesenen, funktionierenden Mechanismen etwa aus Neurowissenschaft oder Verhaltens\u00f6konomie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Klingt wie die ideale Erg\u00e4nzung zum klassischen Workshop: Aus dem kommt man hochmotiviert raus und wei\u00df kurz darauf nicht mehr, wie die Theorie praktisch umgesetzt werden soll. <\/strong><\/p>\n<p>Genauso ist es! Mit CULCHA helfen wir, F\u00fchrungsverhalten und Zusammenarbeit zu verbessern. Beispielsweise indem wir regelm\u00e4\u00dfige Denkanst\u00f6\u00dfe in die Organisation geben \u2013 neudeutsch \u201eNudging\u201c. Ein Beispiel: Mein Lieblings-Nudge f\u00e4ngt an mit \u201eHeute schon ge\u00e4rgert?\u201c Bei diesem Modul, das sich auf reibungslose Zusammenarbeit in stressigen Zeiten konzentriert, geht es darum, auf die Entfernung zu erkennen, &#8211; etwa im hybriden oder remoten Arbeitsumfeld &#8211; was beim Gegen\u00fcber gerade los ist.<\/p>\n<p>Ganz neu haben wir eine Programmierhilfe eingebaut, wie sich jeder gute Zusammenarbeits- und F\u00fchrungsreflexe aneignen kann. Deshalb arbeiten wir viel mit Checklisten, Spickzetteln, Reflexionsb\u00f6gen, die man sich immer wieder zur Hand nehmen kann. Bei kontinuierlicher Nutzung entfaltet das eine starke Wirkung auf individueller wie auf organisationaler Ebene: Reflexion, Selbsteinsch\u00e4tzung und selbst gesetzte Ziele f\u00fchren psychologisch und neurowissenschaftlich erwiesen deutlich st\u00e4rker zu einer Umsetzung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>D.h., trotz der einheitlichen technologischen Plattform erm\u00f6glicht die App jedem Mitarbeitenden individuell mit der jeweiligen Situation im Unternehmen umzugehen? <\/strong><\/p>\n<p>Exakt! Wir schlagen hier eine Br\u00fccke: Ziel ist die Ver\u00e4nderung der Kultur in einer Organisation. Die Leitplanken werden zwar von demjenigen bestimmt, der die Strategie entwickelt hat. Aber dadurch, dass wir viele verschiedene Vorschl\u00e4ge machen, was der Einzelne in dieser Situation konkret tun kann, k\u00f6nnen wir die individuelle Strategieumsetzung in der Breite viel eher gew\u00e4hrleisten. Nicht zu vergessen: wir nehmen dadurch auch viel Druck aus der Organisation und vom Einzelnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie gehen Sie selbst mit dem unternehmerischen Druck um?<\/strong><\/p>\n<p>Mir hilft es, wenn ich ausreichend Schlaf habe. Gelegentlich meditiere ich auch (grinst). Nein, viel wichtiger ist f\u00fcr mich die Erkenntnis, dass ich immer noch viel zu viel selbst mache, dass ich noch zu sehr selbst Zahnrad oder Transmissionsriemen bin. Das versuche ich zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie hat sich Ihr F\u00fchrungsverhalten hier ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ich beginne gerade, meine Arbeit als Dienst an den Kolleginnen, als Serviceleistung an die Mitarbeitenden zu verstehen. Quasi als Chef-Dienstleistung. Das hilft mir, vieles klarer zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was macht nach Ihrer Erfahrung eine gute F\u00fchrungskraft aus?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich gibt es drei Dinge, die ersten beiden davon h\u00e4ngen zusammen: Erstens, eine gute F\u00fchrungskraft muss frei sein vom Ego. Das hei\u00dft, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und sie nicht auf den eigenen Geltungsanspruch zu beziehen. Wenn man das schafft, ist man schon relativ weit beim zweiten Punkt \u2013 n\u00e4mlich sehr klar zu sein. Da bin ich auch noch nicht, wo ich gerne w\u00e4re. Aber es hilft, wenn man das Ego raushalten kann. Diese Klarheit muss dann nat\u00fcrlich auch klar kommuniziert werden.<\/p>\n<p>Drittens: Mir helfen Visualisierungen sehr. Ich sehe mich als Ingenieurin, die den Motor am Laufen h\u00e4lt. Unsere Firma hat mittlerweile 25 Mitarbeitende und mein Job ist es, dass der Motor so gut l\u00e4uft, wie er laufen kann. Dazu muss ich gelegentlich ein Zahnrad austauschen oder ein Teil umbauen, vor allem aber mit dem \u00d6lk\u00e4nnchen herumlaufen, um unn\u00f6tige Reibung zu vermeiden. Das ist ein Bild, das mir in der t\u00e4glichen Arbeit sehr hilft. Ich muss blo\u00df aufpassen, dass ich nicht zu sehr wie Lukas der Lokomotivf\u00fchrer werde (lacht).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was hat diese Entwicklung ausgel\u00f6st?<\/strong><\/p>\n<p>Als ich in der Verlagsgesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Hamburger Abendblatts gearbeitet habe, war ich noch stark in einem System gefangen. Gef\u00fchrt habe ich dadurch, dass ich das weitergegeben habe, was mein Chef mir gesagt hat \u2013 vielleicht mit etwas weniger Druck.<\/p>\n<p>In einem so einem stark gepr\u00e4gten System, wie es Axel Springer und andere Konzerne sind, ist es schwierig, ein eigenes Standing zu entwickeln. Da sagt man nicht so einfach: Nee Leute, auch wenn das euer System ist und ihr mich daf\u00fcr belohnt, ich mache das mit meinen Mitarbeitenden anders. Dass ich ein eigenes F\u00fchrungsverst\u00e4ndnis entwickelt habe, kam bei mir erst nach und nach mit der Unabh\u00e4ngigkeit als Unternehmerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sind Sie mit Ihrem modernen F\u00fchrungsverst\u00e4ndnis eine Ausnahme?<\/strong><\/p>\n<p>Mancher hat vielleicht weniger den Zwang gehabt, sich zu ver\u00e4ndern, weil er immer im gleichen Konzern geblieben ist. Oder war weniger mit neuem Gedankengut konfrontiert. Ich besch\u00e4ftige mich gl\u00fccklicherweise von Berufswegen mit Themen wie F\u00fchrung und Unternehmenskultur. Aber viele sind auch zu sehr mit ihrer eigenen Weltsicht verheiratet. Das f\u00fcr sich zu erkennen und zu \u00e4ndern, ist auch schwierig neben dem Tagesgesch\u00e4ft. Der Vertriebsleiter bei einem Schrauben-Hersteller hat andere Sorgen: Der hat Vertriebsziele, der muss Schrauben verkaufen.<\/p>\n<p>Ich bin ja in unserem Start-up in einem ganz anderen Umfeld. Doch auch da hat sich vieles ver\u00e4ndert: W\u00e4hrend ich fr\u00fcher im Notfall noch alles allein machen konnte, geht das heute nicht mehr. Wenn heute etwas nicht funktioniert, habe ich keine Chance etwas zu tun, au\u00dfer die Entwickler in Ruhe zu lassen und vielleicht einen Kaffee oder eine Mate hinzustellen \u2013 und das mache ich dann auch (schmunzelt).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das hei\u00dft vor allem loslassen zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Stimmt. Ich helfe niemandem dabei seinen Job gut zu machen, wenn ich mich st\u00e4ndig einmische. Aber mit Corona-Krise, Krieg und Energiekrise habe ich da auch ein dickeres Fell entwickelt und eine h\u00f6here Toleranzschwelle als vorher.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr die Fehler-Toleranz: Es ist gut, dass man fehlerfrei sein will. Aber wenn Fehler passieren, geht es darum, wie man mit ihnen umgeht. Wir versuchen Fehler zu benennen \u2013 auch in Entwicklungs- und Feedbackgespr\u00e4chen \u2013 und dann positiv zu wenden.<\/p>\n<p>Aber das ist eben ein Unterschied zwischen traditioneller und neuer F\u00fchrungskultur. Mir wird ganz \u00fcbel, wenn ich eine F\u00fchrungskraft sagen h\u00f6re, wir haben hier eine ganz tolle Fehlerkultur, sie aber ihre Direct Reports dar\u00fcber f\u00fchrt, dass die sich gegenseitig bei Fehlern verpfeifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie kann man das in gewachsenen Strukturen ver\u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p>Die Erkenntnis, dass sich was \u00e4ndern muss, haben wahrscheinlich die meisten. Sie weigern sich aber, das anzuerkennen. Um hier zu einer Ver\u00e4nderung zu kommen, bedarf es nach meiner Erfahrung einer behutsamen Art und Weise, mit den F\u00fchrungskr\u00e4ften umzugehen. Die Inhalte unserer App sind so gepr\u00e4gt, dass sie sofort umsetzbar sind. Wir sagen nicht abstrakt, Silos sind sch\u00e4dlich, die muss man einrei\u00dfen, um beim Beispiel zu bleiben. Sondern wir sagen, was F\u00fchrungskr\u00e4fte morgen machen k\u00f6nnen, um Silos einzurei\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was muss die deutsche Wirtschaft tun, um konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben bzw. wieder zu werden?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen hier in Deutschland wahnsinnig tolle Assets, Patente und Erfindungen, tolle Unternehmen, tolle Marken, die drohen den Bach runterzugehen, weil sie sich nicht an die Neuzeit angepasst haben. Viele haben sich einfach zu lange auf dem Pr\u00e4dikat \u201eMade in Germany\u201c ausgeruht. Es geht mir tats\u00e4chlich darum, den Menschen Transformationen \u2013 seien es digitale, agile oder nachhaltige \u2013 nahezubringen. Damit das, worauf sie stolz sind, weiterhin einen Wert hat.<\/p>\n<p>Das f\u00e4ngt bei den Unternehmern an und geht weiter bei F\u00fchrungskr\u00e4ften und Mitarbeitenden. F\u00fchrungskr\u00e4fte in Deutschland sind laut Bertelsmann F\u00fchrungskr\u00e4fte-Radar hochgradig unzufrieden: 33 % haben massive Selbstzweifel, 25 % w\u00fcrden gerne ihre F\u00fchrungsverantwortung zur\u00fcckgeben. Mit was f\u00fcr einem Knoten im Magen gehen diese Menschen t\u00e4glich zur Arbeit? Wie geht es dabei den Mitarbeitenden? Da etwas zu bewirken, das ist unser Ansporn bei CULCHA.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie haben es angesprochen: In Deutschland haben wir uns zu lange auf dem gef\u00fchlten Technikvorsprung ausgeruht. Sie als Digitalisierungsexpertin \u2013 wie schlecht ist Deutschland aufgestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Miserabel, schlicht und ergreifend. Man sagt ja oft, \u201eNever change a running system\u201c, aber es rennt halt schon lange nichts mehr. Es ist immer eine Frage der Anspr\u00fcche. Man kann seine Anspr\u00fcche auch immer weiter herunterschrauben und sich mit dem Mittelma\u00df zufriedengeben. Aber wir hatten mal den Anspruch Weltmarktf\u00fchrer zu sein, so war das jedenfalls in einer noch nicht digitalisierten Wirtschaft. Unser Anspruch muss es doch sein, Weltmarktf\u00fchrer auch in einem digitalen Zeitalter zu sein. Um Prosperit\u00e4t und Arbeitspl\u00e4tze zu erhalten. Da gibt es in Deutschland vielleicht ein, zwei gro\u00dfe und ein paar kleine Unternehmen, die gegenw\u00e4rtig international mithalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie haben sehr viel erreicht in Ihrer beruflichen Laufbahn. Gibt es trotzdem noch Ziele, die Sie verfolgen? <\/strong><\/p>\n<p>Ich fange so langsam an, das Ganze von hinten zu denken. Ein Freund meines Schwiegervaters hat mal gesagt, dass man das Leben immer als Gesamtwerk betrachten muss. So betrachtet, m\u00f6chte ich in ein paar Jahren meine Firma verkaufen und danach in Aufsichtsr\u00e4ten und im Coaching aktiv sein, um meine Erfahrungen weiterzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und privat, was steht da auf der Wunschliste?<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich m\u00f6chte ich 2028 eine lange Reise mit meinen T\u00f6chtern machen. Die eine hat dann ihr Abitur und die andere ihren mittleren Schulabschluss \u2013 einfach mal sechs bis neun Monate gemeinsam unterwegs zu sein, das w\u00e4re sch\u00f6n.<\/p>\n<p><em><strong>Vita:<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Prof. Dr. Katja Nettesheim studierte in M\u00fcnchen und Paris Jura und promovierte an der LMU M\u00fcnchen. Danach arbeitet sie bei den Gro\u00dfkanzleien Freshfields und Shearman &amp; Sterling im internationalen Steuer- und Gesellschaftsrecht.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Beratungsunternehmen Boston Consulting war sie mehrere Jahre als Unternehmensberaterin t\u00e4tig, bevor sie sich in verschiedenen Funktionen beim Axel Springer Verlag u.a. mit Digitalisierungsstrategien besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Die Expertin f\u00fcr digitale Transformation, Strategisches Business Development und M&amp;A machte sich 2008 mit ihrem Beratungsunternehmen _MEDIATE selbst\u00e4ndig. 2019 gr\u00fcndete sie ihr Start-up CULCHA, das Unternehmen beim digitalen Kulturwandel hilft.<\/p>\n<p>2017 wurde Nettesheim als Professorin f\u00fcr Digitales Medienmanagement an die Steinbeis-Hochschule Berlin berufen. Daneben ist sie Multi-Aufsichtsr\u00e4tin und engagiert sich als Mentorin f\u00fcr Unternehmensgr\u00fcnder. Katja Nettesheim ist verheiratet und hat zwei T\u00f6chter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unserer Serie Erfolgsgeschichten haben wir mit der Digitalisierungsexpertin, Frau Prof. Dr. Katja Nettesheim, ein Interview zum Thema \u201eErfolgsfaktor Mensch\u201c gef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8146,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-8138","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erfolgsfaktor-mensch"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8138\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.knaisch-consulting.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}